Langlauf – Freiheit auf zwei dünnen Brettern
- Barbara

- 28. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Willkommen zurück zu unserer Winter-Serie!
Der erste Schnee ist in weiten Teilen gefallen, viele Loipen sind bereits gespurt und die Langlauf-Saison nimmt Fahrt auf. Und deshalb mache ich einen kleinen Loipen-Umweg und baue diesen Blog bereits jetzt in unsere Winter-Serie ein. Unverhofft kommt oft, danke Frau Holle!
Oftmals starten wir mit dem Wunsch, sofort wieder die Geschwindigkeit und die Distanzen des letzten Winters zu erreichen. Aber es ist nie mehr so wie es war; auch nicht wie der letzte Winter war und wie sich langlaufen angefühlt hat. Da liegen nun einige Monate dazwischen, an Entwicklung, Ereignissen, mehr oder weniger Training, dies und das. Wir bei Flury Sport wissen: Qualität geht vor Quantität und es lohnt sich, Atemtechniken auch beim Langlaufen zu integrieren.
Langlauf ist mehr als nur eine Sportart – es ist eine Verbindung aus Natur, Bewegung und Achtsamkeit. Wenn der Schnee unter den Skiern knirscht, die Winterluft durch die Nase strömt, wenn möglich vorgewärmt die Lungen füllt und der Rhythmus von Armen und Beinen eins wird, entsteht etwas ganz Besonderes: Flow. Fokus. Freiheit. Fitness.

Schlüssel
Der wahre Schlüssel zu einem effizienten, kraftsparenden und vor allem freudvollen Langlauf-Erlebnis liegt nicht in der Geschwindigkeit, sonder in der Achtsamkeit für die Bewegung. Es geht darum deinen Rhythmus zu finden, deine Balance zu spüren und die Verbindung zwischen dir, deinem Ski und dem Schnee bewusst zu erleben, zu adaptieren, mit Leichtigkeit, Intuition und natürlich einer guten Technik.
Philosophie: Gleiten statt Drücken
Viele Langläufer verschwenden unnötig Energie, weil sie ihre Skier "drücken" oder "stampfen", anstatt sie gleiten zu lassen, Druck aufzubauen und wieder zu entlasten. Ein Geheimnis der Profis ist die Fähigkeit, das gesamte Körpergewicht auf einen Ski zu verlagern, im Vertrauen auf die eigene Balance, dass der Untergrund Halt gibt und so diesen Moment des Gleitens maximal auszudehnen.
Dieser Moment des Gleitens ist ein Akt der Achtsamkeit:
"Es ist die Kunst, den Moment der Schwerelosigkeit auszuhalten, bevor du den nächsten Impuls gibst. Hier liegt die Ökonomie des Langlaufs."
Dein Ziel für den Saisonstart: Vergiss die Kilometer, Strava und Trainingsstunden, welche auf dem Programm stehen. Fokussiere dich aufs Erleben, das Gefühl und übe dich in Geduld. Gras wächst auch nicht schneller, wenn du daran ziehst.
HOW: Drei Übungen für Balance, Gleiten und Rhythmus
Um dieses Gefühl zu kultivieren, erinnere dich an Momente in deiner Vergangenheit, wo du dieses Gefühl schon mal hattest, diesen Moment of Excellence (diesen Begriff brauchen wir auch in Hypnose-Sitzungen). Und erinnere dich an einen solchen Moment mit all deinen Sinnen; wie fühlte sich dabei dein Körper an? Wo genau? Hast du ein bestimmtes Lied dabei gehört? Oder Geräusche aus der Natur wahrgenommen? Lag gar ein besonderer Geruch in der Luft? Wie war die Temperatur, das Wetter? Das ist ein kurzer Prozess und hierfür brauchst du keine lange Vorbereitung.
Die folgenden Übungen brauchen deshalb keinen lange Trainingseinheit, sonder es sind kurze, fokussierte Übungen. Lass sie uns "Qualitäts-Minuten" nennen.
Übung 1: Der Stehen-Gleiten auf einem Ski (Balance, Achtsamkeit, Vertrauen)
Diese Übung ist die Grundlage für alles. Sie schult das Gleichgewicht und zwingt dich, dein Gewicht zu verlagern und vollständig über den Gleitski zu bringen.
Übung 2: Der Rhythmus-Puls (Rhythmus und Verbindung)
Der Rhythmus ist die Melodie deiner Langlauf-Bewegung. Er entsteht nicht durch Kraft, sondern durch das Timing der Gewichtsverlagerung. Dein Körper gibt dir ein Feedback, wenn du das Timing getroffen hast. Es ist dieser Moment der Einheit; du, Ski, Schnee. Schwer zu beschreiben; you will feel it.
Übung 3: Der "Moment Aushalten" (Gleiten, Mut und Vertrauen)
Diese Übung ist mental am anspruchvollsten, da sie dich zwingt, der Schwerkraft zu vertrauen und den Kontrollverlust zu akzeptieren. Sie wird dir vielleicht auch nicht jeden Tag gleich gelingen; es ist mitentscheidend, mit welchem "Mood" du unterwegs bist; gestresst, voller anderer Gedanken, Luftibus oder verbunden, geerdet, zentriert, ruhig, präsent? Erinnere dich an deinen Moment of Excellence; warst du da gestresst oder eher geerdet, zentriert, verbunden und bei dir? Klar, oder?
WHAT: Dein Langlauf-Mindset für den Winter
Der Saisonstart ist die Zeit, um die Grundlagen neu zu legen. Nutze die ersten Loipen-Momente nicht um Kilometer zu fressen, sondern um dich wieder mit dem Element Schnee zu verbinden.
Qulität vor Stunden: 30 Minuten fokussiertes Techniktraining mit diesen Übungen bringen dich weiter als zwei Stunden unachtsames Langlaufen.
Die Verbindung zum Ski: Dein Fuss ist der Sensor. Spüre wie der Ski auf den Schnee reagiert, kämpfe nicht gegen Unebenheiten in der Loipe; schlucke diese, gleite darüber hinweg, im Vertrauen, dass der Ski wieder greift, die Unterlage stabil ist . Oft sage ich meinen Kunden; schenk deinen Fussohlen Augen, lass sie sehen und das Spüren wird dann via der Körperempfindung an dein Hirn gesendet, from the bottom to the top. Anderes Thema; auch einen Blog wert.
Dein Mantra für den Start: "Weniger Kraft, mehr Gleiten. Weniger Geschwindigkeit, mehr Rhythmus."
Keyworte: Leicht, stabil, mit Vertrauen, sicher, freudvoll, geschmeidig, geduldig.
Schwarz auf weiss hört sich das einfach an - das alles braucht viel Übung. Den Short-Cut gibt es nicht, aber eine professionelle Begleitung und Anleitung zur Steigerung deiner Effizienz, der Entwicklung deiner Fähigkeiten- das können wir dir anbieten. Buche jetzt deinen Unterricht bei uns und lass dich von unserem Team der LanglaufschuleDavos.ch in die feine Langlauftechnik einführen und es kommt der Moment der Schwerlosigkeit. Wer weiss, vielleicht wirst den Langlaufsport so lieben lernen wie wir. Wir leben Langlauf.
Nächster Artikel: da tauchen wir tiefer in die "Kraft der bewussten Atmung" entweder mit Techniken zur Kälte-Adatpion und Leistungssteigerung oder der bewussten Atemreduktion. Wir werden sehen; bleib mit uns dran.



